
Seit 1959 entwickelt und produziert HELLA Sonnen- und Wetterschutzsysteme. Produktionsstätte und Hauptverwaltungssitz ist Abfaltersbach/Osttirol.
Nun sollen Jalousien neu gedacht und zu Sonnenkraftwerken umfunktioniert werden. Trotz langer Suche nach geeigneten Solarzellen konnte die erforderliche Technik nicht gefunden werden. Aus diesem Grund werden passende Dünnschicht-Module nun im Projekt K-Regio Solar selbst entwickelt. Diese werden in einer besonderen Beschichtung auf die Lamellen aufgebracht. Die Module selbst sind flexibel und haben nur geringes Gewicht. Weitere Vorteile sind die gute Stromabgabe auch bei diffusem Licht und die geringen Verluste bei hohen Temperaturen. Die neuartigen Materialien sollen einen Wirkungsgrad von 12% unter industriell reproduzierbaren Fertigungsbedingungen erzielen. Das wäre bis zu 20% höher als der jetzige Stand der Technik.
Gelingt den Forschern die Umsetzung, wäre es ein Produkt für den Weltmarkt. Dementsprechend groß sieht Troyer die Chancen für sein Unternehmen und rechnet mit einem Gesamt-Aufwand von zwei Millionen Euro, um die stromerzeugende Jalousie marktreif zu machen. Gelingt dies, könnten bei Hella bis zu 50 neue zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.
Die Projektpartner: Sunplugged Photovoltaics, Phystech Coating, Hella Sonnen- und Wetterschutztechnik sowie Zitt & Schennach; Forschungsinstitute der Universität Innsbruck.
Mag. Martin Troyer im Gespräch
Warum investiert Hella so intensiv in Innovationen?
Hella versteht sich als Innovationsführer in der Branche für Sonnen- und Wetterschutz. Durch den engen Kontakt zu unseren Kunden werden uns permanent neue Anforderungen herangetragen. Diese versuchen wir zu lösen. Die Energieoptimierung verstehen wir als eine große Mitverantwortung. Unsere Produkte können ganz wesentlich zur Energiereduktion beitragen. Energie zu gewinnen ist eine komplett neue Verantwortung im Bereich Sonnen- und Wetterschutz. Diese Verantwortung wollen wir als Erster zur Zufriedenheit unserer Kunden lösen. Innovationen schaffen einen Mehrwert und ermöglichen es, zusätzlichen Nutzen anzubieten. Daraus erwarten wir uns, dass wir auch morgen führend in unserer Branche sein können.
Welche Rahmenbedingungen geben Sie durch das Management vor, damit Hella so innovativ sein kann?
Innovationen brauchen Freiraum. Zum Einen muss es Spaß machen, etwas Neues auf den Markt zu bringen. Zum Anderen muss die Firma auch bereit sein, in Innovationen zu investieren. Nicht jede Idee ist auch tatsächlich ein wirtschaftlicher Erfolg. Daher ist es notwendig, dass das Unternehmen in der Lage ist, Geld auch manchmal in verrückte Ideen zu investieren.
Was bedeutet Nachhaltigkeit für Hella und verbindet man bei Hella Nachhaltigkeit und Innovation?
Nachhaltigkeit bedeutet, dass unsere Produkte und Systeme eine lange Lebensdauer haben. Nachhaltigkeit bedeutet aber auch, dass wir unsere Ressourcen schonen. Nachhaltigkeit bedeutet, dass unsere Produkte für unsere Kunden und unsere Umwelt einen Vorteil auf Jahre bringen. Mit Innovationen soll dieser Vorteil noch größer werden.
Gibt es Punkte, die Ihnen am Herzen liegen, wenn Sie an das Thema Nachhaltigkeit und Innovationen in Österreich denken?
Ja, wir wollen beitragen, dass durch unsere Produkte der Energieverbrauch bei Haushalten weiter stark reduziert wird. Schön dabei ist, dass der Wohnkomfort gleichzeitig steigt. Komfort steigern und gleichzeitig Energiesparen, das liegt uns am Herzen! Diesen Nutzen können wir in die ganze Welt hinaustragen und dadurch die österreichische Wirtschaft stärken.
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