
Die Ressourcen schwinden und die Energiekosten erklimmen immer neue Höhen. Gleichzeitig steigt auch unser Bedarf an mehr Komfort und niemand möchte im Sommer daheim oder am Arbeitsplatz unerträglichen Temperaturen ausgesetzt sein.
Der Energiebedarf für das Kühlen von Wohn- und Bürobauten steigt unentwegt. Eine Ursache dafür liegt im stetig steigenden Glasflächenanteil an den Fassaden. Es ist also höchste Zeit, Wege und Möglichkeiten zu suchen, wie Gebäude ihren Nutzern und Bewohnern auch ohne aufwändige und teure Klimatechnik nachhaltigen Sommerkomfort garantieren können.
Dank thermischer Maßnahmen strahlen Gebäude in der kalten Jahreszeit immer weniger wertvolle Heizwärme an ihre Umgebung ab - heute nur noch 10 % dessen, was noch Anfang der 1990er Jahre Standard war. Im Gegensatz dazu prognostiziert die Internationale Energie Agentur einen Anstieg des Energiebedarfs für die Raumkühlung um das Fünffache!
Seitdem die Klimatisierung in unseren Autos zur Serienausstattung zählt, wurde sie dementsprechend auch im Wohnbau beliebter. Denn wenn man eine angenehme Temperatur in seinem Auto aufrechterhält, warum sollte man dann abends bei 30 °C in seinem Zimmer schwitzen? Daher passieren bereits seit März die mobilen Kühlapparate die Kassen der Elektromärkte. Ausgehend von 2 oder 3 kW pro Gerät kann man sich den enormen Gesamtverbrauch dieser Geräte ausrechnen, sobald diese gleichzeitig eingeschaltet sind.
Der durch die Klimatisierung bedingte Anstieg des Stromverbrauchs bereitet unserer Regierung und auch der Europäischen Union Sorgen, denn er bedeutet hohe Abhängigkeit von den Versorgungsquellen an Rohöl oder Gas. Diese Abhängigkeit sollte auf ein Minimum reduziert werden. Logischerweise beginnt die Bremsung der Klimatisierung mit der Förderung der sogenannten „passiven" Kühlungstechniken, wie zum Beispiel dem Sonnenschutz.

Beschreibung: Temporärer Sonnenschutz senkt die Kühllasten im Büro.
Die Agentur für intelligente Energie (IEEA) der Europäischen Kommission hat vor zwei Jahren ein Projekt namens Keep Cool gestartet. Ziel dieses Projektes ist es, für Gebäude einen dauerhaften Sommerkomfort mittels passiven Maßnahmen zu erreichen. Keep Cool soll diejenigen Techniken bekannt machen, die einen guten Sommerkomfort gewährleisten und sehr wenig bis gar keine konventionelle Energie
benötigen.
Im Zuge von Keep Cool wurden gänzlich neue Produktdatenblätter für alle gängigen Beschattungssysteme entwickelt. Sie zeigen, wie viel Energie im Bereich des Kühlens, des Beleuchtens und des Heizens durch passive Techniken wie zum Beispiel Jalousien, Rollläden und Markisen eingespart werden kann. Und für die oftmals multifunktionalen Systeme, die Sonnenschutz, Blendschutz, Tageslichtbeleuchtung, Sichtschutz, Kontakt zur Außenwelt und vieles mehr bieten, wurden Produktprofile erstellt, die Planern und Konsumenten eine Hilfestellung bei der Wahl der richtigen Systeme bieten.
Für Standardgebäudetypen (Wohnbau, Bürogebäude) wurden seitens des renommierten französischen Institutes Armines, aber auch seitens der Österreichischen Energieagentur, Simulationsrechnungen durchgeführt, die zeigen, dass die Sonnenschutztechnik die wirkungsvollste Maßnahme darstellt, sommerlichen Komfort zu sichern und gleichzeitig den Energiebedarf fürs Kühlen zu senken - und zwar mehr als energieeffiziente Geräte, energiesparende Beleuchtung, mechanische Lüftung und andere passive Möglichkeiten. Ganz besonders gilt dies für außen montierten Sonnenschutz, aber auch für raumseitige Beschattungen.
Motorisierte und automatisierte Sonnenschutztechnik positioniert sich einerseits als Grüne Technologie, da sie eine der wenigen Techniken ist, die trotz hohem Komfortanspruch im Sommer den Energiebedarf fürs Kühlen senken. Andererseits stellt sie neben der Photovoltaik und Solarthermie die dritte wesentliche Säule im Bereich solarer Energienutzung dar.
Ganz im Sinne von Keep Cool wurde die Sonnenschutztechnik im Vorjahr auch seitens der österreichischen Bundessregierung im Rahmen des Konjunkturpaketes „Thermische Sanierung" berücksichtigt und sowohl im Wohnbau als auch bei der Reduktion des Kühlbedarfs von Betrieben gefördert.
Fazit: Je besser der Sonnenschutz bereits in die Planung integriert wird, desto geringer sind die Kühlkosten an heißen Sommertagen - und das bei noch höherem Wohnkomfort!

Beschreibung: Die Grafik zeigt, wie sehr die Sonnenschutztechnik - je nach Gebäudetyp - Einfluss nimmt auf den Kühlbedarf. Der Sonnenschutz ist mit einer Kühllastreduktion von 45-75 % die effizienteste Maßnahme im Wohn- und Bürobau!
